Der folgende Artikel stellt eine Methode vor, um Lernende Konstruktionsbeschreibungen mit Hilfe von Satzbausteinen anfertigen zu lassen.

Konstruktionsbeschreibungen können für die Lernenden schwer zu erfassen sein. Eine gute Konstruktionsbeschreibung muss möglichst kurz, präzise und lückenlos sein. Um das zu erreichen, müssen Fachbegriffe und die richtigen Präpositionen beherrscht werden. Gleichzeitig muss man zu jedem Fachbegriff aber auch wissen, welche weiteren Informationen benötigt werden, um das entsprechende Objekt zu zeichnen.In diesem Zusammenhang gibt es klare Formulierungen, die die Lernenden benutzen können und sollen. Und diese Formulierungen müssen erst erlernt werden.

Aus diesem Grund habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, eben diese Formulierungen in vorgefertigte Bausteine zu füllen, die von den Schülern dann wie ein Puzzle zusammengesetzt werden können. Dabei unterscheide ich 4 Bausteinarten.

  • Kategorie 1 (blau) sind die Verben, die zur Konstruktion auffordern. Ich verwende aktuell ausschließlich „Zeichne“. Hier könnten aber auch „Benenne“, „Konstruiere“, etc. stehen.
  • Kategorie 2 (grün) sind Objekte, die gezeichnet werden sollen. Hier finden sich „die Strecke“, „den Winkel“, „den Punkt“ etc. Für spätere Konstruktionen wären aber auch Makros, („die Mittelsenkrechte“, „den Mittelpunkt der Strecke“, …) denkbar, die bereits erlernte Schritte zusammenfassen.
  • Kategorie 3 (gelb) sind Präpositionen, die angeben, wohin das Objekt gezeichnet werden Soll. Dazu gehören „um“, „an“, „durch“, etc.
  • Kategorie 4 (orange) sind zusätzliche Informationen, die für bestimmte Objekte benötigt werden, wie z.B. „mit der Länge“, „mit dem Radius“ oder „mit der Größe“.

Die Lernenden bekommen nun folgenden Arbeitsauftrag:

Lege eine Konstruktionsbeschreibung aus den verfügbaren Bausteinen, mit deren Hilfe ein Dreieck mit den Größen: c=4cm, α=30° und β=45° konstruiert werden kann. Abgesehen von den Konstruktionsbausteinen darfst du lediglich Namen und Maße der geometrischen Objekte hinzufügen. Außerdem ist das Wort „und“ erlaubt.

Dies ist ein Arbeitsergebnis aus meiner siebten Klasse:

Bei zukünftigen Konstruktionen können nun nach und nach Bausteine weggelassen werden. Für die nächste Konstruktionsbeschreibung sollen die Lernenden dann sämtliche grünen Bausteine in der Tüte lassen und selbst die Fachbegriffe der Figuren schreiben. Dies wird dann fortgeführt, bis keine Bausteine mehr benutzt werden.

Das Erstellen der Bausteine lief mit Hilfe meiner siebten Klasse sehr unkompliziert. Ich habe die Begriffe in Tabellen auf farbigem Papier gedruckt und dann laminiert. Den Vordruck finden sie als Anhang an diesen Beitrag. Dabei reichen die Bausteine für 15 Sätze, sodass die Lernenden in Partnerarbeit puzzeln können. Anschließend nahm ich die laminierten Zettel mit in die Klasse, wo die Schülerinnen und Schüler sie in einer Unterrichtsstunde mit mir ausgeschnitten haben. Neben den Bausteinen benötigt man natürlich auch 15 Tüten. Dazu habe ich einfach 15 A4-Blätter bedruckt, zugeschnitten und hinterher mit Klebestreifen die offenen Kanten geschlossen. Auch dies kann man die Lernenden erledigen lassen, der Vordruck ist im Anhang. Es sollte aber dringen im Anschluss kontrolliert werden, ob der Klebestreifen bis zu Ecke gezogen wurde, sonst fallen die kleinen Kärtchen durch die Löcher leicht heraus. Ich habe außerdem einen weiteren Umschlag mit Ersatz-Kärtchen. Gelagert und transportiert wird alles in einer A5-Pappbox. Zu den Boxen und Tüten habe ich einen separaten Beitrag geschrieben.

 

Vorlage Konstruktionsbausteine.doc

Vorlage Konstruktionsbausteine.pdf

Vorlage Tüte

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