Im Internet zu findende Musik, Bilder, Videos, Texte, Arbeitsblätter usw. sind in der Regel Eigentum des Urhebers. Das bedeutet, dass derjenige, der etwas erstellt hat, auch darüber bestimmen darf, ob und unter welchen Bedingungen es weiterverwendet werden darf. Im Bereich Musik hat sich mit der Gema sogar eine eigene Institution gegründet, die u.a. für jedes Abspielen eines Songs im Radio Geld einfordert und an die Urheber weiter gibt.
Gerade im Bereich der Bildung finden sich Lehrkräfte in einer Zwickmühle. Man will den eigenen Unterricht anschaulich gestalten, benötigt dafür aber entsprechende Bilder, Musik und Videos. Allerdings hat man keine Zeit, nach den Weitergabe-Bedingungen zu recherchieren und bekommt eventuell investiertes Geld nicht vom Arbeitgeber wieder. Insbesondere von Bedeutung ist das auch, wenn z.B. Lernvideos mit Schülerinnen und Schülern erstellt werden sollen.
Die Idee hinter Open Educational Resources ist es nun, Urhebern die Möglichkeit zu geben, ihr veröffentlichtes Material kostenlos, also „offen“, zur Verfügung zu stellen. Das macht OER aber nicht „lizenzfrei“, im Gegenteil. Das Wort „Lizenz“ beschreibt im Grunde erstmal nur, unter welchen Bedingungen Material genutzt werden darf. Eine sehr bekannte offene Lizenzform sind die Creative Commons Lizenzen (CC-Lizenzen). Ist das Material z.B. mit dem Zusatz „CC BY“ gekennzeichnet, darf ich es kostenlos benutzen und auch bearbeiten, solange ich den Namen des Urhebers und einen Link zum Original beifüge. OER brauchen aber nicht zwingend eine CC-Lizenz. Teilweise findet man „Lizenzfreie Musik“ auf Youtube, in dessen Beschreibung der Urheber in eigenen Worten formuliert und einwilligt, wie das Material weiterverwendet werden darf. CC-Lizenzen sollen lediglich die Kennzeichnung von offenem Material und dessen Nutzungsbedingungen vereinfachen. Dadurch kann auch gezielt über Suchmaschinen nach diesen Lizenzen gesucht werden. CC0“ (auch „CC Zero“) ist eine Lizenz, unter der das Material beliebig weiterverwendet werden darf. Fügt man es einer Suchmaschine zum Suchbegriff bei, kommt man schnell auf entsprechendes Material. Viele Suchmaschinen wie Google und Youtube bietet leicht versteckt auch Suchfilter für offene Medien. Für Bilder, Videos und Musik setzt sich diese Lizenz langsam durch. Die Verwendung von CC-Lizenzen ermöglicht aber insbesondere auch, Arbeitsblätter, Bücher und Unterrichtsmaterialien unkompliziert offen zur Verfügung zu stellen.

Im Folgenden habe ich ein paar Plattformen aufgelistet, die dabei helfen können, OER schnell zu finden. Um keine Urheberrechte zu verletzen, ist es wichtig, Lizenzbedingungen auf der jeweiligen Seite noch einmal genau nachzulesen.

Google-Suche nach OER:

Übergreifende Bildungs-Suche:

Bilder und Videos:

Musik:

  • Stichworte: „Royalty Free Music“, „No Copyright Music“, „Lizenzfreie Musik“, „Gemafreie Musik“
    Die richtige Deutsche Übersetzung wäre „tantiemenfreie Musik“, da sie nicht unter keiner, sondern unter einer offenen Lizenz steht.
    Ähnlich zur CC-BY-Lizenz ist der Regel Nutzungsbedingung, einen Link zum Original und/oder den Komponisten bei der Verwendung anzugeben. Dazu bitte unbedingt in der Video-Beschreibung des Videos lesen.
  • ArgoFox
  • Audio Library
  • RFM
  • Soundcloud Suche:CC0
  • Youtube CC-Filter

Zum Weiterlesen:

Das Beitragsbild ist ein Screenshot von https://creativecommons.org.

 

Twitter: @KaeptnKeks
Youtube: Käptn Keks
eMail: kontakt@JensLindstroem.de
Dieser Artikel kann nach der Lizenz CC BY-SA unter Nennung dieser Homepage „www.jenslindstroem.de“ und meines Twitter-Accounts @Kaeptnkeks bearbeitet und weitergegeben werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.